Am Sonntag, 11.07.2010, fand vor dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft das jährliche Freilandschachturnier in Jöhlingen statt. Der SV Pfinztal war mit einer Mannschaft vertreten, bestehend aus Klaus Zeier (DWZ 2137, Brett 1), Bernd Giacomelli (DWZ 1990, Brett 2), Dirk Ripp (DWZ 1907, Brett 3) und Nils Heck (1648, Brett 4).
Wie jedes Jahr stand den Teilnehmern ein üppiges Angebot an Speisen und Getränken zur Verfügung, was sich bei dieser Hitze als unverzichtbar erweisen sollte.
In der ersten Runde unterlagen wir „Goldfinger“ wider Erwarten mit 1,5:2,5, nachdem ich in schlechterer Stellung ohne stichhaltigen Grund aufgab.
Gegen Ettlingen 2 spielten wir zum ersten Mal an den großen Brettern und holten durch Dirks erfolgreiches Endspiel gegen M. Friedel (DWZ 2126)mit einem verdienten 2:2 unseren ersten Mannschaftspunkt.
In Runde 3 trafen wir auf eine Mannschaft, deren Namen uns bislang gänzlich unbekannt war. Bei „Ex and Next“ handelte es sich um einen Amateurmannschaft aus Bretten, gegen die wir problemlos mit 4:0 gewannen, womit der erste wenn auch glanzlose Mannschaftssieg verbucht war.
Der nächste Gegner hieß Karlsdorf. Auf dem Papier galt der SV Pfinztal als klarer Favorit und nach der Ansage meines übermotivierten Gegners, ich solle ihm die hervorragende Bilanz (3 aus 3! am 4. Brett, welche außerordentliche Leistung…) nicht verderben, setzte ich alles daran, diese Siegesserie zu unterbrechen. Ich gewann mit einem Mehrbauer mein Turmendspiel und holte damit den sichtlich enttäuschten Schachfreund wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Lediglich Bernd wurde von M. Schilling böse überrascht, sodass am Ende ein 3:1 Sieg dabei heraussprang.
In der fünften Runde trafen wir auf die zweite Auswahl der Karlsruher Schachfreunde. Klaus, der die weißen Steine führte, übersah gegen Jugendspieler V. Cofmann in seiner erfolgreichsten Eröffnung, der französischen Vorstoßvariante, das Detail mit der Devise Matt in 2. An Brett 2 gewann ebenso der Jugendspieler gegen den erfahrenen Bernd, während Dirk KSF-Urgestein U. Schuster bezwang. Nun lag es an mir, mit einem Sieg gegen B. Wald das Mannschaftsremis zu retten. Dies sollte bei einem technisch einfach gewonnenen Turmendspiel leicht zu bewerkstelligen sein, leider scheiterte ich an meinem größten Feind im Schach, der Uhr. Wie schnell die Zeit vergeht!
Glücklicher Weise gehörten wir zu den Mannschaften, die nun den ersten Teil der Pause beanspruchen und bei der erbarmungslosen Mittagshitze mit Zwiebelsteak oder Currywurst neue Kraft schöpfen durften. Ein riesiger Hund, den ich auf Grund seiner Größe als Schaaf identifizierte, lag müde auf dem Weg zur Essensausgabe. Die Sonne verschonte weder Mensch noch Tier.
Zieht man eine Zwischenbilanz nach den ersten fünf Runden hat der SV Pfinztal 11,5 (von 20) Brett- und 5 (von 10) Mannschaftspunkte auf dem Konto und Dirk mit 5 aus 5 eine makellose Bilanz.
Wohlgenährt traten wir an zur sechsten Runde. Auch gegen Bruchsal gingen wir als Favorit in den Kampf. Die durchweg junge Mannschaft hatten wir im Griff, als plötzlich ein Aufschrei Bernds die erste Entscheidung mit sich brachte. Sein jugendlicher Gegner hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Partie gewonnen. Klaus und Dirk gewannen ohne ernsthafte Probleme. Ich tat mich gegen einen kleinen Jungen relativ schwer zu gewinnen, doch dieses Mal fand ich in meinem einstigen Feind, der Uhr, einen Freund und sie tickte für mich zum Sieg.
Die Auslosung der siebten Runde kam uns nicht gelegen. Nicht dass wir ein Problem damit gehabt hätten, den Neureutern entgegenzutreten - die Sonne schien erbarmungslos auf das Schlachtfeld und die weißen und schwarzen Heere. Diese sollten eine weitere Herausforderung darstellen: Im Gegensatz zu den leichten Plastikfiguren in Runde zwei, schleppten wir schwere Steinfiguren über und neben die Bretter. Im Königsindisch musste ich mich mit einem halben Punkt zufrieden geben, da mein Gegner in schlechterer Stellung forciert ein Remis erzwang. Klaus remisierte und Bernd holte im Endspiel gegen A. Feger mit ungleichfarbigen Läufern ebenfalls einen halben Punkt. Unsere Hoffnung lag bei Dirk, dem die Hitze zu schaffen machte. Er bewahrte jedoch einen kühlen Kopf und sicherte dem SV Pfinztal den Mannschaftssieg.
Zwei Freilandpartien sind bei diesen Wetterbedingungen wirklich zu viel des Guten, aber gerade das macht den Reiz aus - neben spielerischen Fähigkeiten sind auch gute Kondition und viel Muskelkraft von Vorteil. Mein stolzer drei Liter großer Wasservorrat erwies sich eindeutig als zu klein.
Gegen die erste Auswahl des KSFs rechneten wir uns kaum Chancen aus, dennoch gaben wir unser bestes. Dirk und ich unterlagen S. Haas und R. Arlt, während Bernd ein starkes Remis gegen A. Vinke errang. Klaus musste sich am Ende FM C. Werner geschlagen geben. Das 0,5:3,5 war unser schlechtestes Mannschaftsergebnis.
In der neunten und letzten Runde spielten wir gegen die stärkste Mannschaft des Turniers, Ettlingen 1. In einer spannenden Sweschnikow-Partie wickelte ich nach langem Kampf gegen D. Volz in ein ausgeglichenes Endspiel ab, Remis. Bernd remisierte gegen A. Sadewasser und Dirk verlor gegen T. Fucik. Klaus hatte die Möglichkeit mit einem Sieg gegen Lieblingsgegner Roland Wehner das Mannschaftsremis perfekt zu machen. Die Bilanz und auch die heutige Partie sprachen jedenfalls dafür. In schlechterer Stellung schien Wehner ein Günstling der Schachgöttin Caissa zu sein, denn nach einem Schach von Weiß rettete sich der schwarze König und dessen Gefolge gewann kurz darauf. Der SK Ettlingen 1 sicherte sich mit einem 3:1 Sieg gegen Pfinztal ohne Punkteverlust den ersten Platz und wir mit 9 aus 18 Punkten und etwas mehr als 50% Brettpunkten den 11. Platz, was unserer Erwartung sicherlich nicht gerecht wurde.
Die Einzelpunkte:
Brett 1: Klaus Zeier 5,0/9
Brett 2: Bernd Giacomelli 2,5/9
Brett 3: Dirk Ripp 7,0/9 (!)
Brett 4: Nils Heck 4,0/9
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18,5/36 = 51,4%
Mannschaftspunkte: 18/36 = 50%





