Am zweiten Spieltag der Landesligasaison ging es für uns nach Conweiler, die wir bei unseren letzten beiden Aufeinandertreffen schlagen konnten. Da wir erneut in Bestbesetzung antreten konnten waren wir also recht optimistisch.
Der Mannschaftskampf entwickelte sich schleppend. Jürgen Lutz (6) verbrauchte sehr viel Zeit nach einem überraschenden Zug seines Gegners, stand aber wohl objektiv nicht schlechter. Peter Ewald (4) und ich am zweiten Brett hatten noch etwas Mühe vollen Ausgleich nachzuweisen. Michael Gassner (8) stand mit Schwarz erwartungsgemäß schnell ordentlich. Aber insgesamt machten unsere Schwarzbretter mir nach einiger Zeit mehr Sorgen als unsere Weißbretter Hoffnungen. Zwar standen wir an allen Weißbrettern ordentlich und Robert Zeiers (3) und Bernd Giacomellis (5) Stellungen gefielen mir ganz gut, aber von klarem Vorteil konnte nirgends die Rede sein. Auch Valerian Hirschberg (1) und Peter Köster (7) standen anfangs etwas angenehmer.
Als Peter Ewalds Stellung zunehmend schlechter wurde und ich einen Zug übersehen und einen Bauern eingebüßt hatte, verstärkte das meine Sorgen wegen der Schwarzbretter weiter. Zwar stand Jürgen in der Zwischenzeit wieder ordentlich und ich sah in meiner Partie noch einige Kompensation für den Bauern, aber es war einfach nicht klar an welchem Brett wir denn gewinnen wollten. Abgesehen natürlich vom obligatorischen Punkt von Michael, der auch immer angenehmer stand und Remis ablehnte.
Als meine Zeit aber vor allem die meines Gegners knapper wurde, verlor ich etwas den Überblick über den Mannschaftskampf, kam aber trotz Minusbauer im besseren Endspiel raus. Um den Rückgewinn des Bauern zu verhindern, opferte mein Gegner die Qualität für einen zweiten Bauern. Irgendwann rief dann Robert laut 1:0. Sein Gegner hatte sich in Zeitnot mehr oder weniger selbst matt gesetzt. Überraschend kam dann aber die Verlustmeldung von Michael, der auch bei knapper Zeit Material eingestellt hatte. Wenig später konnte ich allerdings erneut die Führung erzielen, nachdem es mir gelungen war erst einen Bauern zu gewinnen und dann in beidseitiger Zeitnot meinen Freibauern durchzudrücken, wobei ich immer höllisch auf den gegnerischen Freibauern ein Feld vor dem Einzug aufpassen musste.
Beim folgenden Rundgang sah ich das Peter Ewald einen Bauern weniger hatte und ziemlich platt stand, Jürgen nachdem er zweimal Remis abgelehnt hatte in Zeitnot ebenfalls ein Bauern abhanden gekommen war und auch Valerian, der zwischenzeitlich eine Figur mehr gehabt hatte und wahrscheinlich besser gestanden war, hatte 2 Bauern weniger. Etwas Hoffnung machten die praktisch deutlich einfachere und leicht bessere Stellung von Bernd und die ebenfalls etwas vorteilhafte Stellung von Peter Köster, der in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und je zwei Türmen war, in dem beide Seiten Freibauern vorzuweisen hatten.
Leider unterlief Bernd kurz darauf ein Fehler wonach er in einem Endspiel mit Minusbauer, aber gutem Springer und Turm gegen schlechten Läufer und Turm rauskam, das man eigentlich nicht verlieren sollte. Da der Mannschaftskampf aber nicht allzu toll stand, fragte er mich ob er Gewinnversuche unternehmen solle, worauf ich entgegnete, er solle auf jeden Fall nicht verlieren. Als ich 10 Minuten später wieder aufs Brett schaute, hatte er sich vermanövriert und stand hoffnungslos auf Verlust. In der Zwischenzeit hatte sich Jürgen mithilfe seiner aktiven Figuren das Remis gesichert. Bei Peter Ewald hatte sich der Rauch auch verzogen und das entstandene Turmendspiel führte der Gegner sicher zum Sieg.
Valerian war in einem Endspiel mit Springer gegen Läufer und zwei Bauern weniger, die auch noch verbundene Freibauern waren, gelandet. Überraschenderweise war dieses Endspiel aber gar nicht so einfach zu gewinnen, da man fast erzwungen einen Bauern zurückgeben musste, wenn man Fortschritte machen wollte. Nach einigen vorzüglichen Springermanövern gelang es Valerian tatsächlich fast alle Bauern zu eliminieren und für den vorletzten seinen Springer zu opfern, was nur noch einen Randbauern mit dem falschen Läufer übrig ließ und somit unglaublicherweise doch noch ein Remis rettete. Als Bernd seine Bemühungen eingestellt und dem Gegner zum Sieg gratuliert hatte stand es also 3:4 und nur noch Peter Köster spielte seine unverändert leicht bessere Stellung. Da er aber schon lange keine Fortschritte mehr gemachte hatte, war er einem Remis eigentlich gar nicht so abgeneigt, was ich aber mit dem Hinweis auf den Spielstand untersagen musste. Und nach fast 6 Stunden zahlten sich leicht bessere Stellung, leichter Zeitvorteil und die höhere Spielstärke dann doch noch aus und sicherten Peter den ganzen Punkt und uns zumindest ein glückliches Unentschieden.
Nach dem zweiten Spieltag stehen wir also mit 2 Punkten im hinteren Mittelfeld was nun so gar nicht unseren Erwartungen entspricht. Wollen wir überhaupt noch eine Rolle an der Spitze spielen, müssen wir nächsten Spieltag die bisher verlustpunktfreien Birkenfelder schlagen.
Conweiler - Pfinztal 4:4
Birke - Hirschberg 0,5
Gauss - Zeier, K. 0:1
Strohhäker - Zeier, R. 0:1
Augner - Ewald 1:0
Kubacsny - Giacomelli 1:0
Hünerberg - Lutz 0,5
Junginger - Köster 0:1
König - Gassner 1:0







